Als ich letzten Donnerstag zurück nach einer Woche intensiver Verkostungen deutscher Weine des Jahrgangs 2010 zurück nach Berlin kam, wusste ich nicht mehr, wo oben und unten war +++ sicher, es gibt zahlreiche gute und manche großartige 2010 Weine, aber was sind die „typischen“ Eigenschaften des neuen Jahrgangs? +++ am letzten Montag auf der Mainzer Weinbörse kostete ich die süßen Riesling Spätlesen von Mosel und Saar (darunter eine ganze Reihe beeindruckender Gewächse), und alle hatten eine blitzig-brillante Säure sowie eine hinreißende Fülle an Aromen +++ die meisten trockenen Rieslinge aus dem Rheingau auf der Weinbörse zeigten sich hingegen ruppig-aggressiv in der Säure und waren dazu recht dünn, also ebenfalls säurereich, aber im negativen Sinn +++ in Franken lagen die meisten trockenen Silvaner dagegen mäßig bis niedrig in der Säure und schmeckten mehr oder weniger kremig +++ manchmal, wie beim Weingut Horst Sauer in Escherndorf, war das wunderbar, aber andere 2010 Franken Silvaner erinnerten mich geschmacklich an Butterkrem, was mir eindeutig zu heftig war +++ mein Fazit: weder die gelungenen noch die misslungenen Weine des neuen Jahrgangs haben wirklich etwas gemeinsam +++ eine ziemlich bizarre Situation, die mir zum ersten Mal im Leben begegnet
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